Jahresgruppe 2011

Seminar F1: Trauma, Dissoziation und Traumagedächtnis: gesellschaftlich, familiär, beruflich, individuell | Seminar F2: Diagnostik dissoziativer Störungen |
Im ersten Seminar der Jahresgruppe lernen sich die Teilnehmer-
Innen auf eine achtsame und ressourcen-orientierte Weise
gegenseitig kennen. Der Arbeitsprozess beginnt mit dem Fokus auf
das Thema „Trauma, Dissoziation und die Folgen“. Welche Rolle
spielte es für die eigene Berufswahl, in einer eher
Trauma-verdrängenden Nachkriegs-Gesellschaft zu leben? Wo haben
sich die Traumata der eigenen Herkunftsfamilie und die Belastungen
in der eigenen Biografie negativ, wo positiv auf Berufswahl,
Engagement und persönlichberufliche Reife ausgewirkt? Welche
Stoffwechsel-Prozesse aus der typischen posttraumatischen
Stoffwechsel-„Wippe“ können auch bei uns „Profis“ auftreten, wie
erkennen wir sie, wie können wir uns vor sekundärer und
stellvertretender Traumatisierung schützen? Dabei werden einige
Grundhaltungen der traumazentrierten Psychotherapie vermittelt;
ebenso wie die Erkenntnisse über die Bedeutung von Dissoziation im
traumatischen und posttraumatischen Prozess. Auch dieses Seminar
enthält bereits Fallsupervision. 21. und 22. Januar 2011 | Prozess-Diagnostik im Laufe der Therapie – wie Schritt für Schritt
vorgehen? Pimäre, sekundäre und tertiäre strukturelle Dissoziation;
was genau ist unter ANP und EP zu verstehen? Formelle und
informelle Diagnostik. Die TeilnehmerInnen lernen eine Reihe von
Fragebogen kennen, sowohl zu Traumafolgen allgemein, als auch – vor
allem – von dissoziativen Prozessen, darunter der FDS und der Mini-
und der „große“ SKID-D, aber auch Fragebogen, die noch nicht im
Handel sind. Weshalb ist es unerlässlich, Beispiele zu erfragen und
wie ist das praktisch umsetzbar? Differential-Diagnostik, u.a.:
Komplexe PTBS, Borderline, Schizophrenie/Psychose. Hinweise auf
Instrumente zur Prognostik des Therapieerfolgs. Fallsupervision. 25. und 26. Februar 2011 |
Seminar F3: Hypnotherapeutische Möglichkeiten und ressourcenorientierte Stabilisierung | Seminar F4: Hypnotherapeutische Möglichkeiten und Affektmodulation |
Von der klassischen Hypnose zur modernen Hypnotherapie; weshalb
Alltags-, Symptom- und traumatische Trance therapeutisch steuern?
Was heißt kontrolliert Switchen? Pacing und Leading. Beiläufige
Reorientierung und systematisches „Zurückholen“ bei
unkontrollierten Abreaktionen. Die TeilnehmerInnen werden
eingeladen, eine eigene innere Landkarte zu erstellen und zu
lernen, wie die „innere Bühne“ im therapeutischen Prozess eröffnet
und mit bewussten sowie unbewussten Anteilen der Persönlichkeit
gearbeitet werden kann. Wie sieht ein Ressourcen- und ein
Belastungs-Diagramm aus? Und wie können alte und neue Ressourcen
verankert werden? Erstellen eines imaginären „Ressourcen- Teams“;
dazu Live-Demonstration und Kleingruppen. Was ist ein „sicherer
Ort“ – und was nicht? Von der äußeren zur inneren Sicherheit.
Fallsupervision. 25. und 26. März 2011 | Affektmodulation: Wie die heftigen Gefühle steuern und aus
täterloyalen und täteridentifizierten Bereichen der Persönlichkeit
möglichst Mahner, Warner und/oder Wächter und Beschützer machen?
Arbeit mit problematischen Bereichen aus der inneren Landkarte bzw.
dem Belastungs-Diagramm. Weitere Arbeit auf der inneren Bühne: Das
„innere hilfreiche Team“. Es wird u.a ein Programm vorgestellt, das
es der KlientIn Schritt für Schritt ermöglicht, selbstverletzendes
und anderes problematisches Verhalten zu steuern. Techniken wie
Modalitätenwechsel, Pegel- und andere Regler- Technik werden eben
so vorgestellt wie Beispiele für die Screen-Methode.
Videodemonstration. Fallsupervision. 6. und 7. Mai 2011 |
Seminar F5: Traumabearbeitung in "bits und pieces" | Seminar F6: Traumabearbeitung und Langzeittrauma |
Wann Trauma-Exposition – und wann nicht? Wieso bei hoch
dissoziativen KlientInnen in vielen kleinen Schritten, und wie? Die
TeilnehmerInnen werden eingeladen, anhand einer eigenen Belastung
(mini-t) ein „Mono-Trauma“ mit der Screen-Methode zu explorieren
(Demonstration und Kleingruppen). Spezielle Formen des
Trauma-Prozessierens bei hoch dissoziativen KlientInnen. Wie
unterscheidet sich eine Trauma-Synthese von einer Abreaktion?
BASK-Modell. Video-Beispiel einer
DIS-Klientin. Fallsupervision. 16. und 17. September 2011 | Was ist eine komplexe serielle Trauma-Synthese? Beispiel in
Demonstration und Kleingruppen-Arbeit anhand eines
„Lebens-Konflikts“ der TeilnehmerInnen. Darf „es“ jetzt wirklich
losgelassen werden und sich ändern? Bearbeitung der „hot spots“.
Begleitung von Überblendungs-, Integrations-und Fusions-Prozessen
bei hoch dissoziativen KlientInnen; wann Screen, wann EMDR?
Integrationsgewinne und –verluste; Trauer-prozesse. Womit muss man
leben, was kann sich wirklich ändern? Abschiednehmen, auch in der
Gruppe. 18. und 19. November 2011 |
Die Weiterbildung wurde von der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen mit 20 Punkten pro Wochenende akkreditiert. Erfahrungsgemäß werden diese Punkte von allen Psychotherapeutenkammern und Ärztekammern anerkannt.
